Visual Studio 2010 verfügbar

Seit ca. 3 Stunden ist ist die x86-Version des englischen Visual Studio 2010 im MSDN-Developer-Portal verfügbar. codingfreaks wagt einen ersten Test und checkt das Programm.

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Es ist endlich soweit. Das neue Studio! Zwar erstmal nur in Englisch und nur für x86, aber egal! Testen! Ich habe mich für die Ultimate-Version, also den Nachfolger der Team-Edition, entschieden. Los gehts!

Setup

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Nach dem Download des 2.389 MB großen Packages in Form einer ISO-Datei (wie immer) gehts auch gleich los. Meine Testumgebung ist ein Dell XPS M1530 mit Intel Core 2 Duo, 8 GB RAM und Windows 7 Ultimate 64bit. Das Setup-Fenster selbst ist bis auf das neue Styling funktional gleich gestaltet. Ich wähle das benutzerdefinierte Setup und klicke SQL Server 2008 EE ab, weil die schon durch das VS 2008 auf dem Rechner läuft. Das bedeutet, dass ich VS 2010 im Parallelbetrieb mit VS 2008 ausprobiere. Mal schauen :-)! Die Installation in einer VM habe ich verworfen, weil ich die Performance „life“ erleben möchte.

Nach ca. 5 Minuten die erste „Überraschung“. Nachdem das .NET Framework 4.0 installiert wurde, möchte das VS-Setup unbedingt einen Rechner-Neustart. Offensichtlich beruhen also bestimmte Setup-Komponenten selbst auf .NET 4.0 bzw. es sind Tools im Framework 4.0-Ordner hinzu gekommen. Mal schauen (ich schreibe den Artikel wirklich parallel zur Installation, um nichts auszulassen.

Ich habe rechts einen Screenshot der kompletten Feature-Liste des Setups abgebildet. Wie gesagt ist dies die Liste, die anhand der Ultimate-Edition abgearbeitet wird und der SQL Server 2008 EE fehlt.

Nach dem Neustart ist natürlich das Image nicht mehr im Virtual Clone Drive eingebunden :-(. Aber keine Angst, das Setup lässt einem nach der entsprechenden Fehlermeldungen die Retry-Funktion, sodass man in aller Ruhe das Image neu einbinden kann. Danach läuft das Setup selbst anstandslos weiter.

Im Abschluss-Dialog befindet sich ein Link, der den neuen Help Library Manager startet (siehe Abb. unten). Dazu muss man wissen, das MS hier eine Runderneuerung versprochen hat. Hinter dem Link „Setting“ am oberen Rand verbirgt sich die Einstellung für die Auswahl der lokalen oder online verfügbaren Hilfe als Standard. Man klickt die gewünschten Komponenten in der Liste an undwartet dann auf das Entpacken (zu Beginn fragt das Tool nach einem Ordner dafür).

Nach einem Klick auf Finish im Abschluss-Dialog will das Setup einen weiteren Neustart. Eine Warnung für ungeduldige Mitbürger: Bei mir dauerte der zweite Neustart ca. doppelt so lange, wie sonst!

Nach insgesamt ca. 40 Minuten (inkl. 2 Neustart und Installation der lokalen Hilfe) ist das Setup durch.

Nach der Installation

Als erfahrener .NET-Entwickler gehe ich natürlich gleich nach dem Setup in %WINDIR%\Microsoft.NET\Frameworks\. Der Ordner für das neue .NET-Framework heioßt „v4.0.30319“ und beinhaltet bei mir genau 520 Dateien, die 140 MB Plattenplatz belegen. Hier wird auch schnell der Grund für den Neustart zwischendurch erkennbar: Ich nehme an, dass die vielen Tools für ASP.NET, die neu hinzugekommen sind, für die Registrierung der neuen ASP-Komponenten und -Techniken notwendig sind. Allein die machine.config-Anpassungen erklären das wahrscheinlich.

Im Programme-Ordner belegt der Unterordner „Microsoft Visual Studio 10.0“ ca. 2,2 GB Platz in 16.610 Dateien.

Die anderen Ordner, wie z.B. den für die Office-Tools oder die gemeinsamen Dateien und Crystal usw. habe ich nicht extra erforscht.

Der erste Start

Nach dem neuen Splash-Screen (siehe ganz oben) kommt die übliche Abfrage nach dem Entwicklertyp. Offensichtlich haben es also Fenster aus dem alten Studio hinüber geschafft. Die erste Einstellung dauert bei mir ca. 4 Minuten. Danach ist es endlich da:

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Im Vergelich zur RC-Version hat sich am ersten Eindruck des Studios also nichts verändert. Der Info-Dialog meldet sich wie folgt:

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Erste Performance-Tests

Der wohl wichtigste Aspekt dieser ersten „echten“ Version ist die Performance. Die RC-Versionen haben sich viel Kritik aufgrund ihres Ressourcen-Hungers und dem gemächlichen Arbeitstempo abgeholt und gerade hier hatte Microsoft Besserung für diese Version angekündigt.

Sofort nach dem Start zeigt mir mein Task-Manager, dass devenv.exe sich 40 MB RAM geschnappt hat. Nachdem ich ein neues Projekt vom Typ „Windows Forms“ angelegt habe, nimmt sich das Programm dann plötzlich 110 MB und bleibt dabei. Wem das jetzt krass erscheint, der sei daran erinnert, das in diesem Moment alles mögliche nachgeladen wird (Toolbox, IntelliSense usw.).

Da ich weiß, dass z.B. der Entity Framework Designer einer der größeren Performance-Schlucker war, füge ich gleich mal ein Model mit dem Designer hinzu (160 MB RAM :-)). Erster Eindruck: Nichts anders, als vorher auch. Abgesehen von der Tatsache, dass EF immer noch nichts mit HierarchyID anfangen kann bedient sich der EF-Designer genau so zäh bzw. flüssig, wie unter dem VS 2008 auch.

Nächster Test: WPF-Applikation. Auch hier war das Schimpfen ob der schlechten Performance des WPF-Designers groß. Nach dem Erzeugen des Projektes und weiteren 50 MB RAM weniger (RAM ist das A und O!!!) funktioniert der Designer meinem Empfinden nach genau so schnell, wie der alte WinForms-Designer. Der Erst-Build der WPF-App auf meinem System dauert ca. 4 Sekunden.

Resumé und Ausblick

Für ein echtes Resumé ist es noch viel zu früh. Ich denke, man kann mit dem Programm arbeiten und wir von codingfreaks werden nun mal produktiv werden und unsere Projekte über 2010 weiter bearbeiten. Dabei fallen erfahrungsgemäß die wichtigen Neuerungen und Fehler oder Ärgernisse am besten auf. Wir werden dann entsprechend weitere Artikel posten.

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