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Crystal Reports für VS 2010

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Das neue Visual Studio hat auf den ersten Blick alles für Crystal Reports mit an Bord. Nur dass es nun nicht mehr gleich mit installiert wird. Wir zeigen in diesem Artikel, wo man die benötigten Extras bekommt und führen durch die Installation.

Vorbemerkungen

Gleich vorweg: Wir raten derzeit dringend von der Installation ab, da der Designer in VS 2010 faktisch nicht nutzbar ist. In all unseren Tests war es nicht möglich, über den VS 2010 Designer einen gebundenen Bericht zu erstellen (egal, ob direkt an Datenquelle oder .NET-Objekte), weil der "Database Expert" im Studio abstürzt.

Bis zum Visual Studio 2008 war das Produkt Crystal Reports immer integraler Bestandteil der .NET-Entwicklungsumgebung. Nach der Übernahme des ehemaligen Herstellers Business Objects durch die Walldorfer SAP AG scheint sich da etwas im Hintergrund geändert zu haben. Eigentlich überrascht es nun nicht so sehr, dass die benötigten Komponenten nicht mehr mit dem VS-Setup kommen, wenn man bedenkt, dass SAP und Microsoft eher keine so dicken Kumpels sind.

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Im Visual Studio 2010 wird dem Entwickler suggeriert, alles sein bestens und er könne Crystal benutzen, wie immer. Das klappt allerdings nicht. Wählt man im Fenster für das Hinzufügen neuer Projektelemente den Typ Crystal Reports (siehe Bild links) aus und klickt dann OK kommt ein dezenter Hinweis darauf, dass Crystal nun halt nicht mehr integraler Bestandteil ist. Toll! Es wird außerdem der folgende Link zu einer SAP-Download-Seite angeboten: http://www.businessobjects.com/jump/xi/crvs2010/default.asp. Dort erhält man eine 248 MB große EXE. Crystal für VS 2010 ist aktuell noch Beta und wird nur in Englisch angeboten. Wir gehen davon aus, dass es also auch nur mit einem englischen VS 2010 funktioniert, was uns in der Vorgehensweise bestätigt, immer mit der englischen Version von VS zu arbeiten :-) (Wir haben es früher lieber mit der deutschen Version gemacht, haben aber das Warten auf deutsche Updates satt! Das nur als Tipp am Rande.)

Installation

Wie immer bei Setups, die das VS selbst betreffen könnten, empfehlen wir, selbiges während des Setups geschlossen zu halten. Wir haben das bei unseren Tests so gemacht, um das System nicht zu zerschießen und wissen daher nicht, ob es nötig ist bzw. ob das Setup ggf. darauf hinweis.

Die EXE extrahiert die benötigten Setup-Dateien und beginnt dann mit der Installation. Nicht wundern, das Setup pausiert manchmal enorm lange.

Nach gut 5-10 Minuten ist das Setup soweit durch, dass es den Installer vorbereitet und die System-Umgebung gecheckt hat. Als Vorbedingungen wird angegeben, dass ein Visual Studio 2010 installiert ist und man mit Administrator-Rechten arbeitet.

TIPP: Wir können nur wärmstens empfehlen, nicht aus Versehen Escape auf dem Setup-Fortschritts-Fenster zu drücken! Es kommt keinerlei Abfrage und das Fenster schließt sich einfach unverrichteter Dinge. MSI sei Dank bleiben aber keine Setup-Leichen im System hängen.

Nach erfolgreicher Installation (insgesamt ca. 30 Minuten mit einem falsch anzeigenden Fortschrittsbalken (LOL)!) sind alle Dateien im Programme-Ordner (x86) unter dem Ordner "SAP Business Objects" gelandet und nehmen schlappe 690 MB ein, was unter anderem darauf zurück zu führen ist, dass sich SAP nicht die Mühe macht, Komponenten optional anzubieten. Es landet halt alles auf dem Rechner, was es gibt (inkl. C++-Komponenten usw.). Zum Vergleich: Die alten 2008er-Komponenten nehmen ca. 90 MB in Anspruch und combit List&Label 14 braucht ca. 200 MB! (*Kopfschüttel*).

Benutzung im VS 2010

Startet man das VS und wählt nun "Crystal Report" als neues Element für ein Projekt aus, verhält sich 2010 wie 2008: Eine RPT-Datei inkl. Codebehind wird erzeugt und dem Projekt werden Verweise hinzugefügt:

  • CrystalDecisions.CrystalReports.Engine
  • CrystalDecisions.Enterprise.Framework
  • CrystalDecisions.Enterprise.InfoStore
  • CrystalDecisions.ReportSource
  • CrystalDecisions.Shared
Im Designer selbst sind keinerlei Neuerungen erkennbar.

Im Kontextmenu des Report-Designers wird unter "Database" der "Database Expert" angeboten. Bei uns führte die Auswahl dieses Elementes zum Einfrieren von VS 2010. Die Auswahl der Option "Log on or off from Server" brachte VS gar zum Total-Crash. Dies kann aber durchaus dem Beta-Stadium der Software zuzuschreiben sein, ändert aber nichts daran, dass die Reports damit eigentlich nur in der ungebundenen Variante funktionieren und damit fast sinnlos sind.

Wer eine Parallel-Installation von mit VS 2008 betreibt, kann den Report dort mit einer Datenquelle versehen und dann einbinden. Bei einigen Tests funktionierte allerdings auch das nicht richtig, weil der Server-Explorer im VS 2008 nach der Installation von VS 2010 nicht mehr mit uns spielen wollte.

Resumé

Die Installation ist eine Zumutung und sollte dringend überarbeitet und an MSI angepasst werden, auch wenn ich daran nicht wirklich glaube. Sollten unsere Erfahrungen kein bedauerlicher Einzelfall sein, kann der Designer momentan praktisch nicht genutzt werden und Crystal Reports bleibt weiterhin keine Option für Reporting unter VS 2010.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 03. Juni 2010 um 14:08 Uhr