SQL Server 2012 Launch Tag 2

So, der 2. Tag der Veranstaltung ist auch geschafft und es wird Zeit für ein Resumé. Ein wenig Enthusiasmus ist wie immer dahin, weil heute hauptsächlich die Techniker am Drücker waren.

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SQL Server 2012 RC0 Download

AdventureWorks für SQL Server 2010 RC0

Heute wäre ein echt witziger Tag gewesen, wären mehr Dotnetter dabei gewesen. So musste ich weitgehend allein in mich rein lächeln. Gleich zu Beginn wurden die neuen Data Tools vorgestellt. In Kurzform handelt es sich hierbei um VS-Projekte (ich hatte gestern bereits kurz berichtet). Lustig war nun, mit an zu sehen, wie erstaunt nicht wenige DB-Admins über coole Features, wie Refactoring, Deployment und Codeanalyse waren. Da gingen ein paar Unterkiefer allein auf die Reise zum Erdmittelpunkt.

In dieser Session wurde auch das neue DACPAC vorgestellt, eine Technologie zum versionierten Verteilen kompletter Datenbanken (inkl. User, Jobs usw.). Ist schon richtig cool und könnte die Lösung für das uralte Problem der DB-Versionierung darstellen.

Ein wenig gebremst wurde die Euphorie in dem trotzdem sehr guten Vortrag über CSI (Columnstored indizes). Also: in der jetzigen Version geht es nur im OLAP-Bereich, weil bei Einsatz von CSI die betreffende Tabelle sofort read-only wird. Es wurde indirekt in Aussicht gestellt, dass spätere Versionen (R2?) das ganze dann auch im OLTP-Bereich fertig bringen. Die Ansage, 250 Mio. Datensätze komplett auf einem 16-GB-Notebook in unter 1 Sekunde zu aggregieren war aber schon mal ein Machtwort!!! Lasst uns also warten, was do so passiert.

Übrigens: Am 7. März ist der virtual Lanch weltweit. So, wie sich das angehört hat, werden da auf jeden Fall Neuerungen verkündet werden, die wir noch nicht erfahren durften.

Ich habe inzwischen auch die RC0 heruntergeladen und installiert (eigentlich war das dasgunn :-)). Erste Erkenntnisse folgen demnächst. Noch ein Hinweis: eine erste Test-AdventureWorks steht bereits bei codeplex bereit.

Es gabe natürlich noch dutzende andere coole Erkenntnisse: Neue Tools und Assistenten für Sachen, die vorher nur in T-SQL gingen, Verbesserungen bei MultiCore, CPU-Capping usw. Aber sowas liest sich hier eh keiner durch. Sowas kommt in dedizierten Artikeln. Wichtiger ist mein Fazit.

Die Neuerungen sind größtenteils schon cool durchdacht. Was auffällt ist, dass Microsoft  irgendwie versucht, Oracle-Features nachzuliefern. Das ist per se nicht schlecht, nur muss man aufpassen, dass dann auch die Performance erreicht!

Was mich ein wenig nervös macht, ist der blinde Glaube an Self-Service-BI. Es geht ja darum, dass die Fachbereiche oder End-User in Zukunft über PowerPivot oder Sharepoint Sichten anlagen. Am liebsten übrigens in-memory. Das soll helfen, Anforderungen in Unternehmen schneller und flexibler umzusetzen. Die Erfahrung hat uns aber gelehrt, dass einfach und flexibel meist ins Chaos führen. Access wurde auch mal unter ähnlichen Gesichtspunkten positioniert, das Ergebnis ist hinlänglich bekannt. Die Admins bekommen zwar Übersichten, um einem Wildwuchs zuvor zu kommen. Aber: erstens müssen die Admins das auch benutzen und zweitens reagieren und sich im Zweifelsfall gegen Fachabteilungen durchsetzen. Das aber, glaube ich, ist realitätsfern! In unserer IT gilt immer noch: Die geldverwaltenden und kundendirekten Abteilungen schlagen die IT immer um Längen, wenn es um Mitsprache in solchen Angelegenheiten geht. Microsoft wäre gut beraten, hier nicht zu blauäugig zu sein und nicht wieder von der Vernunft der Unternehmen auszugehen.

Ansonsten kann ich nur jedem ans Herz legen, sich den RC0 zu ziehen und in einer VM zu probieren. Wir werden Interessierten hier ein paar Hinweise und Casts liefern. Sprt frei!

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